Hannelore Furch
Germanistin und Autorin

Kalendergedichte


Lieber Gast, hier lesen Sie Gedichte über die vier Jahreszeiten, Fernweh, Eisenbahnromantik, Nostalgie, Heide, Tag und Nacht.

Vermittelt wird bewusst eine im Grundsatz schöne Welt mit ihren Schattierungen (für Freunde tradierter Lyrik).

Kalendergedicht zum Juni


Juniträumer

Verspielt wirkt noch die Heide
der jungen Sommerzeit,
sie trickst mit lila Seide
im grünen Jugendkleid.

Es blinkt ein Zauberfaden,
die Biene schwirrt erregt,
es spukt ein Blütenschwaden,
der keinen Nektar trägt.

Verführt auf gleiche Weise
verlass ich Zeit und Raum,
mich rahmt in Rückwärtsreise
ein trügerischer Saum.

Die Jugendgeister wohnen
im Land aus Glanz und Licht,
mein Zug hält an Stationen
mit Regenwetter nicht.

Ich streife durch die Heide,
sie steht im grünen Flaum
und spann mir lila Seide
als Brückenschlag zum Traum.

Illustration zum Gedicht