Retrogedichte
Jahreszeiten des Lebens
Mein Traum schenkt mir
ein aufgemöbeltes Gestern,
Oma zankt mit mir, warum?
Egal, denn mich dirigiert
die kecke Jugendsonne,
ihr tanzender Strahl gibt mir
das Zeichen zum Einsatz.
Ich entwische nach draußen,
wo sie dem vorlauten Dorfplatz
ein Kirmeskostüm in Gold
angezogen hat und mich
in eine Achterbahn
aus Jugendfreunden hebt.
Der Traum ist aus,
mit ihm ging
der quirlige Dorfplatz
und die zänkische Oma.
Angekommen ist
der Herbst des Lebens,
er geht am Stock
vorsichtig am Wegesrand.
Die Sonne sitzt rücksichtsvoll
auf einem Platz
bei den Hinterbänklern.



