Literaturwissenschaft und Belletristik

Kalendergedichte


Es klingt ein Lied in die Welt hinaus

Im Morgentau
sprießt das Zittergras,
die Nebelfrau
hat den Mottenfraß
im Kleid.

Die Bö im Wind
turnt als Leichtgewicht,
die Glieder sind
von der Wintergicht
befreit.

Ein Wolkenschwan
hat im Paarungstanz
den Blumenkahn
mit dem Hochzeitskranz
bestellt.

Im Frühlingsrausch
tupft der Weidenbusch
im Kätzchenflausch
sich als weiße Tusch'
ins Feld.

Das Liederbuch
glänzt in frischer Kluft,
ins Notentuch
hat es Fliederduft
gesprüht.

Der Frühling zieht
in sein Sängerhaus,
es klingt ein Lied
in die Welt hinaus
und blüht.



Es klingt ein Lied in die Welt hinaus. Text und Bild Hannelore Furch 2017.