Literaturwissenschaft und Belletristik


Zeitkritische Gedichte


Gefängnisgeister

Nach grauen Zeiten
drang der Sonnenschein
durch die Fensterscheiben
zum Häftling,
er ließ ihn gleiten
in den Raum hinein
samt dem Frühlingstreiben,
das anfing.

Die Lüfte sangen
wie's der Mai verheißt,
selbst das Gitterfenster
ertönte,
die Glöckchen klangen,
doch der Zellengeist
fing die Lenzgespenster
und höhnte.


Illustration von Hannelore Furch zu ihrem gleichnamigen Gedicht